Dem inneren Kritiker die rote Karte zeigen

„Man muss sich nicht alles gefallen lassen, auch nicht von sich selbst.“

So hat es der Neurologe Victor E. Frankl wunderbar auf den Punkt gebracht.

In Seminaren für Führungskräfte lernt man oft als erstes, nicht die Person sondern, die Sache zu kritisieren. Der innere Dialog sieht bei den ca. 50.000 bis 60.000 Gedanken, die der Mensch pro Tag hat, leider doch häufig anders aus.

Beim inneren Dialog wird diese Art der Differenzierung zwischen Person und Sache bei vielen Menschen oft nicht vorgenommen. Statt konstruktiver, nach vorne gerichteter Sachlichkeit findet unnötigerweise im inneren Selbstdialog eine destruktive, sich selbst gegenüber respektlose und z.T. sogar polemische Selbstdemontage statt.

Z.B. wenn man zu sich selbst sagt:

Ich bin so ungeschickt!

Ich kann das nicht!

Das war ja mal wieder ein Misserfolg von mir!

Gedanken, die wir immer wieder haben, prägen uns auf Dauer und haben Auswirkungen auf unsere Lebensqualität und unser Schicksal.

Sagen Sie doch lieber in Ihrem inneren Dialog:

Statt „Ich bin so ungeschickt“ – „Keine große Sache, dass nächste Mal gelingt es mir auf jeden Fall besser.“

Statt „Ich kann das nicht“ – „Ich kann das noch nicht, aber ich werde es lernen.“

Statt: „Das war ja mal wieder ein Misserfolg von mir!“- „Okay, das ist nichts weiter als ein Zwischenergebniss. Ich ändere jetzt den Weg sowie die Methode und erreiche so mein Ziel auf jeden Fall.“

Wenn Sie nach diesem Muster in Ihrem inneren Selbstdialog Person und Sache trennen, dann machen Ihnen Rückschläge nicht mehr so viel aus, weil Sie dann Ihren Selbstwert nicht sabotieren.

Mit Rückschlägen entspannt und souverän umzugehen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für dauerhaften Erfolg. Durch die Trennung von Person und Sache ist dann Ihr Selbstwert auch nicht mehr von äußeren Umständen oder Zwischenergebnissen abhängig und der Wert eines Menschen definiert sich bestimmt nicht durch einen verlorenen Wettkampf, einen verlorenen Auftrag o.ä.

Kultivieren Sie einen positiven Selbstdialog. Wenn Sie sich z.B. immer wieder sagen: „Ich bin so ungeschickt“, dann ist dies keine Tatsache sondern ein Glaubenssatz. Je öfter Sie sich mit diesem Glaubenssatz, dem Attribut „ungeschickt“ identifizieren, um so mehr wird dies zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Das definiert Ihre Erfahrungen und Ihre Erfahrungen verfestigen sich zu einem unnötig destruktiven Selbstbild.

Hier sollte man dissoziieren, das bedeutet eine sachliche Distanz zum Thema aufzubauen, um es dann rational und unbehaftet von negativen Emotionen zu betrachten.

Eine Weisheit aus dem Buddhismus sagt:

„Der unruhige Geist braucht Achtsamkeit, liebevolles Verständnis und klare Führung.“

Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich folgende Selbstreflextionsfragen regelmäßig zu stellen:

Woran denke ich im Moment genau?

Denke ich möglicherweise an das Unerwünschte?

Denke ich wirklich an das, was ich mir wünsche?

Jeder unproduktive, schädliche Gedanke lässt sich bewusst machen und sich durch ein produktiven, nützlichen Gedanken ersetzen.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu Ihrem Kühlschrank, Sie nehmen sich Milch und beim Trinken stellen Sie fest, dass die Milch bereits verdorben ist. Würden Sie weiter trinken? Nein, natürlich nicht – sehr wahrscheinlich würde kein Mensch weitertrinken.

Beim Denken geht es vielen Menschen leider anders. Sie führen auch Gedanken weiter fort, die ihnen nicht gut tun und befinden sich dann irgendwann in einem negativen Gedankenkarussell, indem man nicht mehr konstruktiv vorwärts gerichtet denkt, sondern sich völlig unnötiger Weise, nur noch im Kreis dreht.

Fragen Sie sich doch einfach bei jedem Gedanken:

„Beflügelt mich dieser Gedanke?“

Und nur wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten können, setzen Sie diesen Gedanken fort. Im übertragenden Sinne – weigern Sie sich doch einfach ab heute verdorbene Milch zu trinken.

stealing toysDas Unterbewusstsein eines Neugeborenen kann man mit einem klaren Bergsee vergleichen. Durch negative Suggestionen – sei es durch das Elternhaus, Schule, Medien oder andere negative Einflüsse von außen, kann dieser ehemals kristallklare Bergsee, immer mehr verschmutzt werden. Kommen dann noch negative Autosuggestionen hinzu, kann bei manchen Menschen dieser See sogar umkippen, was sich dann in Form von depressiven Stimmungslagen äußern kann. Gute Gründe also, mit Seelenhygiene dafür zu sorgen, dass der eigene Bergsee durch positive Suggestionen jeden Tag wieder klares Wasser bekommt und die bestehenden Verschmutzungen immer mehr verdünnt werden und nach einiger Zeit nahezu aufgelöst werden.

Körper und Seele bilden eine Einheit – also sollten wir der Seelenhygiene denselben Stellenwert einräumen wie der Körperhygiene. Denn beides ist elementar und gleichermaßen wichtig für unser Wohlbefinden, da unser Körper und unser Geist eine untrennbare Einheit bilden.

Auf der EML-Matrix finden Sie u.a. ein spezielles Audioprogramm mit dem Sie Ihre Seelenhygiene deutlich beschleunigen können.

Von Sven Remmert

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